Warum ist Landschaftsmarketing ein neuer Ansatz
im Non-Profit-Marketing?
Bisher definieren sich
die meisten Tourismusgebiete primär über ihre Angebotsstruktur,
während der Aspekt „Landschaft“ in den seltensten Fällen
mit eingebunden wird. Integriert wird die Landschaft nur, wenn sie „offensichtlich“
ist („Urlaub am Meer“ oder „Urlaub in den Bergen“),
also wenn aufgrund der Landschaft das Urlaubsziel ausgesucht wird.
In anderen Gegenden, in denen die Landschaft keine so dominierende Rolle
einnimmt, wird der Aspekt Landschaft als selbstverständlich hingenommen
und nicht als der eigenständige Gesichtspunkt vermarktet, der er
eigentlich ist. Untersuchungen zu diesem Thema haben jedoch ergeben,
dass ein ausschlaggebender Faktor bei der Entscheidung für oder
gegen jede Ferienregion die Landschaft ist. Soll die Landschaft inwert
gesetzt werden, ist dabei vor allem ein ganzheitlicher Ansatz wichtig,
das heißt im Vordergrund der Vermarktung steht die Landschaft
als Einheit und nicht nur deren einzelne Aspekte.
Folge dieser Entwicklung ist in neuester Zeit der Beginn einer Diskussion
um die Übertragung von Non-Profit-Marketing auf die Landschaft
in Form von Landschaftsmarketingkonzepten, die gerade aufgrund ihres
ganzheitlichen Ansatzes gegenüber den traditionellen Planungsmethoden
von Ländern, Regionen und Kommunen bessere Erfolge erwarten lassen
können.
Dieses Instrument kann gerade im Bereich der Vermarktung der Landschaft
unschätzbare Dienste leisten, da heutzutage der Aspekt Landschaft
vielerorts stark vernachlässigt wird – vor allem wenn eine
Landschaft keine „ins Auge fallenden Besonderheiten“ wie
Meer, Berge, große Seen aufweisen kann. Auch die Weiterentwicklung
touristischer Infrastruktur, die eigentlich zur Verbesserung der touristischen
Vermarktung beitragen soll, birgt die Gefahr der Zerstörung der
historisch gewachsenen Kulturlandschaften, des eigentlichen Potenzials
einer Destination.
Hier kann Landschaftsmarketing dazu beitragen, Besuchern und Einheimischen
das Charakteristische jeder Landschaft bewusst zu machen. Aktuell spielt
das Landschaftsmarketing eine untergeordnete Rolle im Non- Profit- Marketing.
Im Allgemeinen wird Landschaftsmarketing als Bestandteil von Regional-,
Stadt- oder Ortsmarketing verstanden und nicht eigenständig betrieben.
Doch gerade in der heutigen Konkurrenzsituation im Tourismussektor ist
es für eine Destination entscheidend, ein Alleinstellungsmerkmal
(= unique selling proposition - USP) zu besitzen, das sie einzigartig
macht. Denn praktisch jede Landschaft besitzt Alleinstellungspotenziale,
die über ein Landschaftsmarketingkonzept Destinationen die dringend
benötigte Positionierung ermöglichen. Landschaftsmarketing
kommt so eine zunehmend bedeutendere Rolle als Baustein der nachhaltigen
Regional- und Tourismusentwicklung zu.